Guter Vorsatz für 2021: Texte abspecken

Egal ob ich einen Blick in den Briefkasten, in meine Timeline oder in mein Mailpostfach werfe: Überall Tipps, Tricks und Mittelchen, um dem Weihnachtsspeck und den Lockdownkilos den Kampf anzusagen. Im Januar geht es nun mal traditionell dem überschüssigen Schwabbel an den Kragen. Im Supermarkt meines Vertrauens sind Lebkuchen, Marzipankartoffeln und Glühwein-Paletten von der Vernunft und der Abnehmindustrie eingeholt worden und machen jetzt Platz für Proteinriegel, Vitaminshakes und Gymnastikmatten.

Aber mal ehrlich: Ich finde, wir beide haben das ja gar nicht nötig. Weißt Du, wer stattdessen lieber abspecken sollte? Deine Texte. Und damit meine ich jetzt nicht, dass Du sie möglichst kurz halten sollst, das ist nämlich erwiesenermaßen Bullshit. (Im Gegenteil: Lange Blogartikel sind durchaus beliebt – wenn sie denn gut geschrieben sind und nicht langweilen. ) Alles, was Deine Texte aber nur unnötig aufbläht und beim Lesen automatische Gähnreflexe auslöst, darf und muss weg, bevor es Dein Leser ist.

Füllwörter sind wie Schokoriegel

Was ich mit aufblähenden Textelementen meine? Na, alles, was Deinen Text auseinandergehen lässt, ohne dabei eine Funktion zu erfüllen. Inhaltsleere Floskeln zum Beispiel sind wie Sodbrennen: braucht kein Mensch. Weil diese allgegenwärtigen Wörter und Sätze, die jeder nutzt, am Ende niemandem nutzen. Dazu gehören auch inflationär benutzte Adjektiv-Substantiv Kombinationen, die auf jeder zweiten Webseite auftauchen (und zwar ganz unabhängig von der Branche). Du möchtest ein Beispiel? Na gut, ausnahmsweise: dynamisches Team, innovatives Verfahren, exzellente Quali… halloooo, nicht wegnicken!
Und was ist mit den üblichen Verdächtigen, den Füllwörtern wie sozusagen, quasi und eigentlich? Für mich sind sie wie Schokoriegel: ab und zu okay, aber bitte in Maßen. Denn sonst bilden Füllwörter schnell eine unattraktive Fettschicht, die Deinen knackigen und unterhaltsamen Text komplett überdeckt. Außerdem schwächen sie sehr häufig Deine Position und damit auch Deinen Expertenstatus – denkst Du nicht vielleicht, dass ich eventuell damit ein klein wenig Recht haben könnte ;-)?

Laberrhabarber ist der neue Schwabbel

Dann wären da noch meine liebsten Lebens-Schwermacher beim Texten: Bloße Behauptungen ohne Beweise und damit ohne jede Relevanz. Sie machen Deine wichtige Botschaft zu bloßem Blabla und nehmen Deiner Aussage damit jede Kontur. Oder nimmst Du mir ab, dass ich die Königin über die sieben Textlande bin – einfach nur, weil ich das behaupte? Siehst Du. Da fehlen die Beweise. So ist das auch, wenn Du im Text von dem besten Angebot des Jahres oder Deiner Liebe zum Detail sprichst, ohne mir zu zeigen, worin diese genau besteht. In Texterkreisen nennen wir sowas Werbe-Blabla. Und in allen anderen Kreisen auch. Und Blabla will ja kein Mensch schreiben oder gar lesen, oder?

Also ran an den Speck und raus mit den tausendfach gehörten Behauptungen, Floskeln und schwabbeligen Füllwörtern. Das kannst Du besser. Und falls nicht, helfe ich Dir gerne dabei.

Der nächste Termin, um Deine Texte fit für 2021 zu machen, ist am Freitag um 16 Uhr in meinem Webinar. Hier kannst Du Dich kostenlos anmelden: https://schreiberei.activehosted.com/f/5